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Strahlregler (Perlator) reinigen und entkalken

Wer den Strahlregler reinigen will, hat meist einen konkreten Anlass: Der Strahl ist dünn geworden, er zerfasert, oder er zielt plötzlich am Becken vorbei. In neun von zehn Fällen liegt das nicht an der Armatur, sondern an einem Sieb von zwei Zentimetern Durchmesser, das sich in zehn Minuten wieder in Ordnung bringen lässt.

Dieser Artikel erklärt, was in dem kleinen Bauteil steckt, warum es aus hygienischer Sicht das wichtigste Wartungsteil der ganzen Armatur ist, wie Sie es ausbauen und entkalken, welches Gewinde Sie beim Ersatz brauchen und wann Reinigen nicht mehr genügt.

Das Wichtigste in Kürze

  • „Perlator“ ist eine eingetragene Marke von Neoperl; der korrekte Oberbegriff lautet Strahlregler.
  • Ein verkalkter Strahlregler ist dauerhaft feucht und damit ein guter Nährboden für Keime – das ist der eigentliche Grund für die Reinigung.
  • Alle drei bis fünf Monate reinigen, je nach Wasserhärte, und mindestens halbjährlich kontrollieren.
  • Zum Entkalken verdünnte Zitronensäure verwenden, keine salzsäurehaltigen Mittel.
  • Ein Ersatzteil kostet wenige Euro – bei beschädigtem Sieb oder ausgewaschener Dichtung ist Tauschen sinnvoller als Reinigen.

Strahlregler, Perlator, Luftsprudler: was stimmt?

Im Alltag werden die Begriffe durcheinander verwendet. Technisch korrekt ist Strahlregler – so heißt das Bauteil auch in der einschlägigen Norm DIN EN 246. Perlator ist dagegen eine eingetragene Marke des Herstellers Neoperl. Der Hersteller formuliert es selbst so: Jeder Perlator ist ein Strahlregler, aber nicht jeder Strahlregler ist ein Perlator. Luftsprudler, Strahlbelüfter und Mischdüse meinen umgangssprachlich dasselbe.

Für die Praxis heißt das: Wenn Sie Ersatz suchen, kommen Sie mit dem Begriff Strahlregler weiter – er deckt alle Fabrikate ab.

Was das Bauteil im Auslauf leistet

Der Strahlregler sitzt ganz am Ende des Auslaufs und erfüllt drei Aufgaben gleichzeitig: Er formt den Strahl, begrenzt den Durchfluss und siebt grobe Partikel aus. Zwei Bauarten sind verbreitet.

Bauart Wie der Strahl aussieht Typischer Einsatz
Belüftet Weich und perlend, Luft wird beigemischt Der Standard in Küche und Bad; spritzt wenig
Laminar, unbelüftet Ruhig, klar, fast glasartig Designarmaturen; auch dort, wo keine Luft ins Wasser soll
Mit Umstellfunktion Umschaltbar zwischen Spar- und Boost-Strahl Küche, wenn beim Topffüllen Tempo gefragt ist
Integriert (verdeckt) Sitzt unsichtbar im Auslauf, einteilig Schlanke Designausläufe, z.B. bei Schlauchbrausen, ohne sichtbaren Ring

Beim Durchfluss gibt es Klassen: Klasse A entspricht 0,25 Liter je Sekunde, also rund 15 Liter pro Minute; die sparsame Klasse Z liegt bei 0,15 Liter je Sekunde, rund 9 Liter pro Minute. Für den Waschtisch empfehlen Hersteller höchstens 4 Liter pro Minute, in der Küche darf es mehr sein, weil dort Töpfe gefüllt werden. Wie der Strahlregler mit den übrigen Bauteilen zusammenspielt, steht im Artikel Was steckt in einer Armatur?.

Warum die Reinigung mehr ist als Kosmetik

Der schwache Strahl ist nur das sichtbare Symptom. Der wichtigere Grund steht in den Hinweisen der Gesundheitsämter zur Trinkwasserhygiene im Haushalt: Strahlregler sind dauerhaft feucht, und Kalkablagerungen bieten Bakterien zusätzliche Aufwuchsfläche. Genau an dieser Stelle verlässt das Wasser die Installation – was hier sitzt, landet im Glas.

Die Empfehlung der Gesundheitsämter

Strahlregler regelmäßig reinigen und entkalken. Lässt sich die Verkalkung nicht mehr lösen, soll das Bauteil ausgetauscht werden. Ein Ersatzteil kostet wenige Euro – deutlich weniger, als es an Aufwand kostet, hartnäckigen Kalk aus einem alten Sieb zu bekommen.

Strahlregler reinigen: Schritt für Schritt

Sie brauchen: einen Strahlreglerschlüssel oder eine Zange, ein weiches Tuch, eine alte Zahnbürste und eine Lösung aus einem Esslöffel Zitronensäurepulver auf einen halben Liter kaltes Wasser.

  1. Becken abdecken. Ein Tuch in den Abfluss – kleine Dichtringe verschwinden sonst genau dort.
  2. Abschrauben. Gegen den Uhrzeigersinn. Bei gebürsteten oder beschichteten Oberflächen immer ein Tuch zwischen Zange und Metall legen, sonst bleiben Griffspuren.
  3. Zerlegen und fotografieren. Sieb, Mischdüse und Dichtring liegen in einer bestimmten Reihenfolge. Ein Handyfoto vor dem Zerlegen erspart späteres Raten.
  4. Einlegen. Zehn bis fünfzehn Minuten in die kalte Zitronensäurelösung. Nicht heiß ansetzen: Über etwa 40 Grad kann schwerlösliches Calciumcitrat entstehen, das schlechter zu entfernen ist als der ursprüngliche Kalk.
  5. Nachbürsten. Mit der Zahnbürste über Sieb und Gewinde. Die feinen Maschen setzen sich mit Sandkörnern zu, die keine Säure löst.
  6. Abspülen und zusammensetzen. Mit klarem Wasser, dann in der fotografierten Reihenfolge zurück ins Gehäuse. Den Dichtring nicht vergessen.
  7. Einschrauben und prüfen. Handfest plus eine Achtelumdrehung mit der Zange genügt. Wasser aufdrehen, auf Tropfen am Gewinde achten.

Wenn der Strahlregler festsitzt

Gewalt hilft hier nicht, Geduld schon. Legen Sie ein in Zitronensäure getränktes Tuch um den Auslauf und lassen Sie es eine Viertelstunde wirken – der Kalk im Gewinde löst sich dabei von selbst. Erst danach erneut ansetzen. Wer mit roher Kraft arbeitet, rundet das weiche Messinggewinde ab, und dann hilft nur noch der Fachbetrieb.

Das richtige Gewinde finden

Ein Ersatz-Strahlregler kostet wenige Euro und passt in den allermeisten Fällen, wenn Sie das Gewinde kennen. Am einfachsten: den alten abschrauben und mitnehmen oder nachmessen. Wer den Strahlregler reinigen und dabei gleich ersetzen will, braucht also nur diese eine Angabe.

Gewinde Bauart Wo es üblich ist
M22 × 1 Innengewinde, wird aufgeschraubt Der häufigste Fall bei Küchen- und Waschtischarmaturen
M24 × 1 Außengewinde, wird eingeschraubt Ebenfalls sehr verbreitet, oft bei größeren Ausläufen
M28 × 1 Außengewinde Badewannenausläufe
M16 bis M21 Sondergrößen Designarmaturen, meist nur beim Hersteller erhältlich
Integriert Strahlregler-Innenteil (Einlage bei Schlauchbrausen) Küchen-Armaturen mit Schlauchbrause 

Innengewinde heißt: Das Gewinde sitzt innen im Auslauf, der Strahlregler wird hineingeschraubt. Beim Außengewinde ist es umgekehrt. Ein Blick in den Auslauf klärt das in zwei Sekunden. Bei Küchen-Armaturen mit Schlauchbrause wird das Strahlregler-Innenteilen in das Gehäuse eingelegt. Dazu wird das Edelstahl-Ende der auf der Auslaufseite der Schlauchbrause mit der Hand abgeschraubt.

Wann Reinigen nicht mehr reicht

  • Das Sieb ist verformt oder eingerissen. Dann bleibt der Strahl schief, egal wie sauber das Bauteil ist.
  • Der Dichtring ist hart oder rissig. Er kostet Cent-Beträge, verursacht aber zuverlässig Tropfen am Gewinde.
  • Der Kalk lässt sich nicht mehr lösen. Nach zwei Durchgängen mit Zitronensäure ist Schluss – tauschen ist schneller.
  • Es tropft trotz festem Sitz. Dann liegt es meist nicht am Strahlregler, sondern an der Kartusche.
  • Weiße Krusten kommen nach wenigen Wochen wieder. Ein Hinweis auf sehr hartes Wasser; hier hilft ein häufigerer, kürzerer Rhythmus.

Wie oft Strahlregler reinigen?

Wie oft Sie den Strahlregler reinigen sollten, hängt vor allem vom Wasser ab. Als Orientierung empfehlen Fachleute, den Strahlregler mindestens halbjährlich zu kontrollieren und ihn alle drei bis fünf Monate zu reinigen – je nach Wasserhärte.

Wasserhärte Reinigen Kontrollieren
Weich Etwa alle 5 Monate Halbjährlich
Mittel Etwa alle 4 Monate Halbjährlich
Hart Alle 2 bis 3 Monate Vierteljährlich

Welche Härte an Ihrer Adresse anliegt, steht auf der Jahresrechnung des Versorgers. Die Hintergründe und die passenden Mittel stehen im Artikel Armatur entkalken: Hausmittel richtig einsetzen; die Pflege der übrigen Oberflächen erklärt Edelstahl-Armatur reinigen und pflegen.

Häufige Fragen

Wie oft sollte ich den Strahlregler reinigen?

Alle drei bis fünf Monate, abhängig von der Wasserhärte, und mindestens halbjährlich kontrollieren. Bei hartem Wasser lieber alle zwei bis drei Monate: Dünne Beläge lösen sich in Minuten, dicke brauchen mehrere Durchgänge.

Ist ein Perlator dasselbe wie ein Strahlregler?

Nicht ganz. „Strahlregler" ist der technische Oberbegriff, „Perlator" eine eingetragene Marke des Herstellers Neoperl. Umgangssprachlich meinen beide dasselbe Bauteil, aber beim Ersatzteilkauf führt der Begriff Strahlregler zu mehr passenden Treffern.

Womit entkalke ich den Strahlregler am besten?

Mit verdünnter Zitronensäure, kalt angesetzt, zehn bis fünfzehn Minuten. Salzsäurehaltige Sanitärreiniger gehören nicht an Edelstahlarmaturen, weil Chloride die Passivschicht zerstören. Nach dem Einlegen mit einer weichen Bürste nachhelfen und gründlich abspülen.

Der Strahl ist schwach – liegt das immer am Strahlregler?

Meistens ja. Prüfen Sie es, indem Sie den Strahlregler abschrauben und das Wasser kurz laufen lassen. Kommt jetzt voller Druck, war es das Sieb. Bleibt der Druck schwach, liegt es weiter hinten: am Eckventil, am Anschlussschlauch oder an der Kartusche.

Welches Gewinde hat mein Strahlregler?

Meist M22 Innengewinde oder M24 Außengewinde. Schrauben Sie den alten heraus und vergleichen Sie ihn im Fachhandel oder messen Sie den Durchmesser nach. Für Badewannenausläufe ist M28 üblich, Sondergrößen zwischen M18 und M21 gibt es vor allem bei Designarmaturen.

Quellen

Stand: September 2026 · Autor: Manfred Hardt, die-edelstahl-armatur.com