Küchenarmatur montieren: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Eine Küchenarmatur zu wechseln ist handwerklich überschaubar: Wasser absperren, alte Armatur lösen, neue einsetzen, anschließen, auf Dichtheit prüfen. Trotzdem hängt daran Ihre Trinkwasserinstallation – und ein undichter Anschluss im Unterschrank fällt oft erst auf, wenn der Schaden da ist. Diese Anleitung führt Sie durch alle acht Schritte und sagt klar, wann Sie besser einen Fachbetrieb holen.
Das Wichtigste in Kürze
- Rechnen Sie mit 45 bis 90 Minuten.
- Sie brauchen vor allem einen Beckenschlüssel (Standhahnmutternschlüssel), eine Wasserpumpenzange, einen Eimer und ein Tuch.
- Wasser immer an den Eckventilen absperren und danach den Druck über die alte Armatur ablassen.
- Flexible Anschlussschläuche dichten über eine Flachdichtung – Hanf oder Teflonband sind hier nicht nötig.
- Nach der Montage spülen und die Anschlüsse mit einem trockenen Tuch auf Dichtheit prüfen, am nächsten Tag noch einmal.
- Bei alten Eckventilen, gelöteten Anschlüssen, einer Mietwohnung oder Unsicherheit: Fachbetrieb beauftragen.
Inhaltsverzeichnis
Vorab: Wer darf eine Armatur wechseln?
Nach § 12 der Verordnung über Allgemeine Bedingungen für die Versorgung mit Wasser (AVBWasserV) dürfen die Errichtung der Anlage und wesentliche Veränderungen nur durch das Wasserversorgungsunternehmen oder ein eingetragenes Installationsunternehmen erfolgen. Der Austausch einer vorhandenen Auslaufarmatur hinter dem Eckventil gilt in der Praxis vielen als kleine Maßnahme – der DVGW rät Verbraucherinnen und Verbrauchern allerdings ausdrücklich davon ab, Armaturen selbst zu tauschen.
Unser Rat: Wenn Sie handwerklich geübt sind, die Eckventile in Ordnung sind und Sie sich die Arbeit zutrauen, ist der Wechsel machbar. Im Zweifel – und immer in einer Mietwohnung – beauftragen Sie einen Installateur-Fachbetrieb. Für Schäden, die durch eine selbst ausgeführte Montage entstehen, haften Sie selbst.
Werkzeug und Material
- Beckenschlüssel (Standhahnmutternschlüssel) für die Befestigungsmutter unter der Spüle
- Wasserpumpenzange oder verstellbarer Maulschlüssel für die Verschraubungen
- Eimer und Lappen für Restwasser
- Taschenlampe – im Unterschrank ist es dunkel
- Schraubendreher, je nach Befestigungsart
- Optional: neue Eckventile, wenn die alten schwergängig sind oder tropfen
- Optional: Schlauchverlängerungen, falls die mitgelieferten Schläuche zu kurz sind
Nicht nötig sind Hanf oder Teflonband: Flexible Anschlussschläuche dichten über eine flache Dichtung in der Überwurfmutter.
Vorbereitung
- Maße prüfen: Passt die neue Armatur zum Hahnloch (meist 35 mm) und zur Dicke von Spüle oder Arbeitsplatte? Mehr dazu: [Hahnloch und Plattenstärke].
- Druckart prüfen: Hochdruck oder Niederdruck? Das entscheidet Ihr Warmwassergerät. Mehr dazu: [Niederdruck oder Hochdruck].
- Lieferumfang kontrollieren: Befestigungsset, Dichtungen, Anschlussschläuche – ist alles da?
- Unterschrank ausräumen und den Boden mit einem Handtuch auslegen.
- Fotos machen: Ein Bild vom bestehenden Anschluss hilft später beim Zusammenbauen.
Schritt 1: Wasser absperren und Druck ablassen
Drehen Sie beide Eckventile unter der Spüle zu – im Uhrzeigersinn, bis sie sich nicht mehr weiterdrehen lassen. Öffnen Sie dann die alte Armatur einmal ganz, damit der Restdruck entweicht und das Wasser aus der Leitung läuft. Kommt weiterhin Wasser, schließt ein Eckventil nicht richtig: In dem Fall die Hauptleitung absperren oder einen Fachbetrieb rufen.
Schritt 2: Alte Armatur ausbauen
Stellen Sie den Eimer unter die Anschlüsse und lösen Sie die Überwurfmuttern der Schläuche an den Eckventilen. Es läuft immer etwas Restwasser nach. Lösen Sie danach die Befestigungsmutter unter der Spüle mit dem Beckenschlüssel und ziehen Sie die Armatur samt Schläuchen nach oben heraus. Sitzt die Mutter fest, hilft meist Geduld und ein Rostlöser. Ausführlich: [Alte Armatur abbauen].
Schritt 3: Auflage reinigen und Eckventile prüfen
Entfernen Sie Kalk, alte Dichtungsreste und Silikon rund um das Hahnloch – die neue Dichtung braucht eine saubere, ebene Fläche. Prüfen Sie jetzt die Eckventile: Lassen sie sich leicht drehen? Tropfen sie? Sind sie älter als 15 Jahre, lohnt sich der Austausch gleich mit. Bei gelöteten oder gepressten Anschlüssen ist das Sache des Fachbetriebs. Mehr dazu: [Anschlüsse und Eckventile].
Schritt 4: Neue Armatur vorbereiten
Schrauben Sie die Anschlussschläuche – falls nicht ab Werk montiert – handfest in den Armaturenkörper. Achten Sie darauf, dass die Gewinde nicht verkanten. Legen Sie die Dichtung beziehungsweise die Auflage auf die Unterseite der Armatur. Bei Modellen mit ausziehbarer Brause wird der Brauseschlauch jetzt eingehängt oder durchgeführt: [Handbrause montieren].
Schritt 5: Armatur einsetzen und befestigen
Führen Sie die Schläuche durch das Hahnloch und setzen Sie die Armatur auf. Von unten kommen Gegenscheibe und Befestigungsmutter oder die Zugstange aus dem Befestigungsset. Richten Sie die Armatur aus – der Auslauf soll mittig über dem Becken stehen – und ziehen Sie die Mutter gleichmäßig an. Fest, aber nicht mit Gewalt: Zu viel Kraft kann Spüle oder Dichtung beschädigen. Achten Sie darauf, dass die Schläuche nicht verdreht sind und keine engen Knicke bekommen.
Schritt 6: Anschließen
Schrauben Sie die Schläuche an die Eckventile: warm links, kalt rechts. Prüfen Sie vorher, ob die Flachdichtung in der Überwurfmutter sitzt. Ziehen Sie die Verschraubung handfest an und danach mit dem Schlüssel nur noch eine knappe Vierteldrehung nach. Auch hier gilt: Zu fest angezogen wird die Dichtung gequetscht und undicht.
Schritt 7: Spülen und Dichtheit prüfen
- Strahlregler (Perlator) vorne am Auslauf abschrauben, damit Schmutzpartikel herausgespült werden können.
- Eckventile langsam öffnen.
- Zuerst kaltes, dann warmes Wasser ein bis zwei Minuten laufen lassen.
- Alle Verbindungen mit einem trockenen Tuch abtasten: an den Eckventilen, an den Schläuchen und am Armaturenfuß. Trocken heißt dicht.
- Strahlregler wieder einsetzen und den Strahl prüfen.
- Am nächsten Tag noch einmal in den Unterschrank schauen. Kleine Undichtigkeiten zeigen sich oft erst später.
Schritt 8: Erste Inbetriebnahme
Lassen Sie das Wasser vor der ersten Nutzung noch einmal kurz laufen. Prüfen Sie, ob der Hebel leichtgängig ist, ob der Auslauf sauber schwenkt und – bei Modellen mit Brause – ob sich der Schlauch vollständig zurückzieht.
Typische Fehler und wie Sie sie vermeiden
| Problem | Ursache | Abhilfe |
|---|---|---|
| Es tropft am Eckventil | Dichtung fehlt, sitzt schief oder ist zu fest angezogen | Verschraubung lösen, Dichtung prüfen, handfest plus eine knappe Vierteldrehung anziehen |
| Armatur wackelt | Befestigungsmutter zu locker oder Auflage verschmutzt | Armatur ausrichten, Auflage reinigen, Mutter gleichmäßig nachziehen |
| Wenig Druck nach der Montage | Schmutzpartikel im Strahlregler oder Schlauch geknickt | Strahlregler abschrauben und spülen, Schlauchverlauf prüfen |
| Warm und kalt vertauscht | Schläuche verwechselt | Schläuche tauschen: warm links, kalt rechts |
| Schlauch spannt | Schlauch zu kurz oder zu straff verlegt | Verlängerung verwenden; Schläuche in weitem Bogen führen, nie knicken |
Wann ein Fachbetrieb ran sollte
- Es gibt keine Eckventile oder die Anschlüsse sind gelötet, gepresst oder fest verbaut.
- Die Eckventile schließen nicht mehr richtig.
- Sie wohnen zur Miete oder die Installation ist alt und unübersichtlich.
- Sie wechseln von Niederdruck auf Hochdruck – oder umgekehrt.
- Ein neues Hahnloch muss in Spüle oder Arbeitsplatte gebohrt werden.
- Sie sind unsicher. Ein Wasserschaden kostet ein Vielfaches des Handwerkerlohns.
Unsere Armaturen
Unsere Küchenarmaturen aus massivem Edelstahl werden mit flexiblen Anschlussschläuchen und Befestigungsset geliefert. [Maße, Hahnlochdurchmesser, maximale Plattenstärke und Schlauchlänge je Modell ergänzen.] Wenn Sie vor der Montage etwas klären möchten, schreiben Sie uns einfach.
→ [Edelstahl-Küchenarmaturen ansehen]
Häufige Fragen
Wie lange dauert der Wechsel einer Küchenarmatur?
Mit etwas Übung 45 bis 90 Minuten. Festsitzende Muttern oder der Tausch der Eckventile können die Zeit verlängern.
Brauche ich Hanf oder Teflonband?
Für die flexiblen Anschlussschläuche nicht: Sie dichten über eine Flachdichtung in der Überwurfmutter. Hanf oder Dichtband brauchen Sie nur bei konischen Gewinden, etwa beim Eckventil selbst.
Was mache ich, wenn das Eckventil nicht mehr schließt?
Dann sperren Sie die Hauptleitung ab und tauschen das Eckventil – oder Sie beauftragen einen Fachbetrieb. Mit einem undichten Eckventil sollten Sie nicht weiterarbeiten.
Wie fest darf ich die Verschraubungen anziehen?
Handfest und danach höchstens eine knappe Vierteldrehung mit dem Schlüssel. Zu viel Kraft quetscht die Dichtung und macht die Verbindung undicht.
Muss ich nach der Montage spülen?
Ja. Schrauben Sie den Strahlregler ab und lassen Sie kaltes und warmes Wasser ein bis zwei Minuten laufen, damit Montagerückstände und Späne herausgespült werden.
Quellen
- § 12 Verordnung über Allgemeine Bedingungen für die Versorgung mit Wasser (AVBWasserV)
- DVGW-Position zum Austausch von Auslaufarmaturen durch Verbraucher
- Montagehinweise für Regular Versionen des Herstellers a2f
- Montagehinweise für PD u. PO-Versionen des Herstellers a2f
Stand: September 2026 · Autor: Manfred Hardt, die-edelstahl-armatur.com